Trauersprüche: Weltlich » weitersagen
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Rote Wolken sind geschichtet,
Lachen mild ins Abendgolg,
Doch der Mond so blass und hold
Hat sein schmerzreich Lied gedichtet.
"Ach, dass stehs der dunkeln Trauer
Unsre Freuden Schwestern sind!
Dies im Nachhall haucht der Wind
Durch des Waldhags Espenschauer.
Karl Rudolf Tanner
Keine Tiefe war mir je zu tief,
bin in alle suchend niederstiegen.
Als ob einer Schönheit Trauer rief':
sah ich tiefstunt Perlen lockend liegen.
Wagend taucht' ich in dem Grunde ein,
bis ich hielt die schimmerndste zu eigen,
um mit ihrem wunderreinen Schein
in den höchsten Himmel aufzusteigen.
Karl Ernst Knodt
Auf Deinem Liede liegt der Wehmut Hauch,
Der uns im kühlen Herbst, wenn Baum und Strauch
Im letzten Sonnenuntergange steht,
Das Herz wie Heimweh überweht, -
Als eine Trauer ohne Ziel, als Sehnen
Voll Traum und Trost und ungeweinten Thränen.
Karl Ernst Knodt
Heilige, süße Stille schwebt über Berg und Tal;
Unter weißer Friedenshülle schläft leise das große All.
So leise, o so leise, so schweigend und so tief,
Wie unterm Leichentuche wohl manch ein Herze schlief!
Johann Meyer
Doch still und rühret nicht das Herz,
Und laßt es nur dem Kummer,
Ihr möchtet stören sonst den Schmerz
Aus seinem leisen Schlummer.
Der Traum ist hin, der Traum so süß,
Und seine Engel haben
Das Weh, das er im Herzen ließ,
In Liedern sanft begraben.
Johann Meyer
Herbstlicher Tage wechseln und Schwanken!
Fallende Blatter – Sterbegedanken!
Blühende Aster, leuchtende Sterne!
Grüßend die Brüder in himmlischer Ferne!
Johann Meyer
Und um dies Kreuz will ich die Arme legen,
Mit heißen Tränen netzen diesen Stein;
O Vaterherz, auch so noch sei du mein!
Und mein sei deiner Liebe reicher Segen!
Und wenn den Stab hinlegend, ich das Bette
Zum stillen Schlaf mir such', – an dieser Stelle
Will betend ich die Hände wieder falten.
Johann Meyer
Wo du auch weilst, weilt einer mit
Und geht mit dir von statten
Es folget dir auf Schritt und Tritt
Ein dunkles Bild, – dein Schatten.
Es mahnt dich still, wie klein die Frist,
Wie kurz dein Erdenwallen,
Wie bald du seinesgleichen bist,
Dem Schattenreich verfallen.
Johann Meyer





