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Kondolenztexte

Kondolenztexte sollten grundsätzlich schlichte Formulierungen enthalten. Schöne, einfühlsame Kondolenztexte sollten die Botschaft aussenden, ich denke an dich und ich fühle mit dir/euch. Wenn Sie in einem engen Verhältnis zum Trauerhaus stehen, dann bieten Sie Hilfe an. Kondolenztexte können auch in eine philosophische Richtung gehen, warum denn auch nicht? Indem wir Trauer-gedichte in Trauerkarten einfügen, tun wir das ohnehin schon. Wir alle denken doch beim Verfassen von Kondolenztexten automatisch an die eigene Vergänglichkeit. Natürlich dürfen Sie gerne und kostenfrei alle hier vorliegenden Kondolenztexte, Vorlagen für Trauerkarten und Trauergedichte frei für Ihre Zwecke verwenden. Wir haben eine große Sammlung an sensibler und frei verwendbarer Texte für Sie als Muster oder Vorlage für Ihre Trauerkarten zusammengestellt. Ob Trauerbotschaft oder Kondoleztexte, hier ist für jeden etwas gemäß Ihrem Anlass dabei.

Muster/Vorlage: Kondolenztext zum verfassen von Beileidskarten

Persönlicher Kondolenztext:

In den letzten Tagen hatte ich noch ein gutes Gespräch mit deinem Mann (Mutter, Vater, Großvater).

Er/Sie war ein lebensfroher temperamentvoller Mensch und hat sein Leben in vollen Zügen genossen. Ich werde die Gespräche mit ihm außerordentlich vermissen. Auch seine wertvollen Ratschläge werden mir in Zukunft fehlen.

Der Mensch, den wir gern mochten und schätzten, ist nicht mehr da, wo er war. Aber er ist überall, wo wir sind und seiner in Zuneigung gedenken. Wenn man einen ganz persönlich wichtigen Menschen verliert, will man es einfach nicht begreifen. Man steht unter Schock und die Welt scheint still zu stehen.

So ging es uns jedenfalls als wir vom Ableben deiner Frau (Bruders, Schwester, Tochter) hörten. Ihr nettes Lachen und ihre liebe Art werden für immer in unserem Gedächtnis bleiben. Sie war ein so hilfsbereiter, freundlicher Mensch.

Gerne würden wir dir zur Seite stehen, wenn du uns in diesen schweren Stunden brauchst. Kapsel dich nicht einfach ab, gib uns ein Zeichen, damit wir wissen, dass du unsere Hilfe möchtest.

In Dankbarkeit werden wir gerne an deine Frau zurückdenken.

Gerne dürfen Sie alle hier vorliegenden Kondolenztexte frei für Ihre Trauerkarte verwenden

Kulturgeschichtliches – Kondolenztexte

Kulturgeschichtliches – Was ist Kondolieren?

Kondolenztexte beginnen oft auch mit traurigen Zitaten oder Trauergedichten. Adalbert Stifter schrieb folgenden Kondolenztext: „Wie es einmal sein wird, wenn wir die Grenze dieses Lebens betreten haben, wenn der letzte Atemzug vorbei ist – wer kann es sagen? Dass alles, was nun einmal göttlich ist, niemals untergehen kann, ist gewiss. Das Sterben ist, wie auch das Geboren werden, die erste auffällige Veränderung im Menschenleben. Nur ein Augenblick dessen ist für uns Überlebenden sichtbar, das Aufhören des Atmens dieses Menschen, der geht. Ist das nicht unausgesetzt schon jahrelang, ja von seiner Geburt an?“ Solche philosophischen Gedanken können auch zum Nachdenken anregen.

Schriftliche Trauerkarten

Abgesehen von dem mündlichen Dienst des Leichenbitters auf dem Lande, der von Haus zu Haus ging, den Tod eines Nachbarn kund zu tun und zur Beerdigung einzuladen, wurde in den gehobenen Ständen des Adels und des Bürgertums des 18. Jahrhunderts die persönliche Anteilnahme am Ableben eines bekannten Menschen schriftlich mittels einer Trauerkarte auf schwarz umrandeten Trauerbogen ausgedrückt. In der Spätbiedermeierzeit waren solche Trostscheiben und Kondolenztexte – ähnlich wie es bei Glückwunschkarten in Mode kam – bereits mit dazu passenden Motiven verziert, beispielsweise weinenden Engeln, Grabsteinen, Urnen, Trauerweiden.

Die ersten Muster/Vorlagen für Trauerkarten

Erst um 1850 gab es visitenkartenkleine Billets die als Trauerkarten dienten zu kaufen, die – schwarz oder silber gerandet – romantische Vignetten zeigten. Ihre vorgedruckten Trostverse, Trauergedichte und Trauersprüche brauchten nur noch unterschrieben und mit Ort und Datum versehen zu werden. Seit 1900 gibts es auch ein breites Angebot an Faltkarten verschiedenen Formats in den Farbkombinationen weiß, dunkelgrau, lichtgrün, nachtblau, schwarz und silbern. Die aufgedruckten Motive sind geknickte Blumen, Grabsteine, Urnen, Zypressen, Engel, Kreuze, Palmzweige oder Kränze.

Die traditionelle Form des Kondolenztextes

Diese traditionellen Formen des Kondolierens ist in den letzen Jahrzehnten mehr und mehr fraglich geworden. Das mag mit der antiautoritären Bewegung Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts zusammenhängen, mit der grundsätzlichen Kritik an den Insitutionen Ehe, Familie, Kirche und Staat oder mit der Modernisierung der westlichen Gesellschaft. Die bisherigen Überlieferungen, die Sinn, Maßstab und Substanz verbürgten und das Zusammenleben mehr oder weniger garantierten, wurden kirchlich, gesellschaftlich und politisch radikal in Frage gestellt. Die Traditionell geltenden Umgangsformen und Umgehensweisen verloren ihre Gültigkeit. Es kam nicht mehr auf das äußerliche Sein, sondern ausschließlich auf das innere Bewusstsein an.

Ein sichtbar – wenn auch vorrübergehendes – Phänomen dieses neuen Bewusstseins bestand darin, dass seit den 70er Jahren viele Trauergäste zu den Beisetzungsfeierlichkeiten nicht mehr in des entsprechenden Trauerkleidung erschienen. An der Stelle der noch selbst formulierten oder auch nur gestammelten Trauerworte, die an den Trauernden persönlich gerichtet wurden, war die Wortlose Anteilnahme getraten: die stille Trauer, die stumme Umarmung, der schweigende Händedruck. An der Stelle der zugedachten Blumen, Gebinden und Kränze wurden um eine Geldüberweisung auf das Konto einer gemeinnützigen Organisation oder Bürgerinitiative gebeten.

Die öffentliche Bekanntgabe eines Todesfalls nach der bereits vollzogenen Bestattung und die Entscheidung für eine anonyme Bestattung sind durchaus eine Konsequenz dieses wortlosen Trauerprozesses. Zu den positive Auswirkungen dieser Kulturkritik gehört auch, dass dem Themen Sterben und Kondolieren heute allgemein eine ganz andere Aufmerksamkeit erfahren. Neben der unübersehbaren Zahl von Veröffentlichungen der sozial-psychologischen Literatur sind anschauliche Dokumentativen der Trauerarbeit durch Selbsthilfegruppen, Initiativen und Hospizvereine getreten. Doch ebenso wie die innere Kompetenz in Sachen Unsicherheit in den einfachsten gesten des Kondolierens gewachsen.

Die äußere Form von Kondolenztexten/Kondolenzbriefen

Früher schickte es sich, auf einen persönlich zugesandten Trauerbrief, Kondolenzbrief oder auf eine Trauerkarte immer zu reagieren und zu kondolieren. Man schrieb “An das Trauerhaus”. Heute ist es üblich, den Kondolenzbrief/die Tröstende Worte an einen persönlichen Adressaten zu richten. Der Brief kann vor der Bestattung geschrieben werden; wird die Nachricht erst längere Zeit nach der Bestattung bekannt, ist ein Kondolenzbrief immer noch angemessen. Persönliche Kondolenzbriefe, Trauerkarten und Beileidskarten sollten von einem ansprechenden Äußeren geprägt sein.

Es empfiehlt sich, ein gutes, kräftiges Papier und einen entsprechenden Umschlag zu wählen. In jedem Fall ist beim erstellen der Trauerkarte der Maschinenschrift von Schreibmaschine oder Computer eine lesbare Handschrift vorzuziehen. Der gut leeserliche Absender auf dem Briefumschlag erleichtert dem Empfänger des Kondolenzbriefes später auch die Danksagung.

Grundsätzlich ist zu bedenken, ob ein Kondolenzschreiben einer mündlichen ausgesprochenen Kondolenz vorzuziehen ist, da es eine sehr persönliche Art des Gedächnisses stiftet. Die Trauerkarte, die lediglich unterschrieben ist, wird zur Kenntnis genommen. Das persönlich aufgesetzte Kondolenzschreiben dagegen erfährt eine ganz andere Aufmerksamkeit. Es wird gelesen, vorgelesen, weitergereicht, von anderen in der Familie durchgelesen und später wiederholt in die Hand genommen.

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